Strompreise Hamburg 2011

Nächstes Jahr müssen die Bürger der Hansestadt wohl deutlich mehr Geld für ihren Strom bezahlen. Denn kürzlich wurde von der Bundesregierung ja bekanntlich das Erneuerbare Energie Gesetz, kurz EEG reformiert, so soll zum Beispiel künftig der Anteil an Erneuerbaren Energien deutlich erhöht werden, um das Klima zu schonen und für die Zukunft vorzusorgen.

Laut Konzernen EEG schuld

Dass die Stromkonzerne über diese Nachricht natürlich nicht erfreut waren, ist verständlich, denn die wenigsten kaufen ihren Strom aus „ökologischem Anbau“. Nach wie vor ist der Großteil des in Deutschland gehandelten Stroms entweder aus Atom- oder Kohlekraftwerken, dies hatte für die Unternehmen natürlich den Vorteil, dass sie den Strom bis jetzt extrem billig zukaufen konnten. Egal ob der jeweilige Stromanbieter Hamburg, Berlin, München oder irgendeine andere deutsche Stadt mit Strom versorgt, durch die Umstellung müssen alle Energieversorger künftig auch den meist etwas teureren Öko-Strom zukaufen, doch ob dies alleine die enormen Preiserhöhungen rechtfertigt, ist fraglich.

Vor allem der Konzernriese Vattenfall machte mit deutlichen Preiserhöhungen im gesamten Bundesgebiet und vor allem in Hamburg auf sich aufmerksam. So müssen Vattenfall-Kunden aus Hamburg ab nächstem Jahr rund 9,9 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen, Gewerbekunden sogar 11 Prozent. Der Konzern begründet dies mit den durch das neue EEG deutlich gestiegenen Kosten, die laut Vattenfall durch die Gesetzesänderung um 70 Prozent gestiegen sind. Für viele Kunden von Vattenfall ist die Erhöhung dennoch eine Frechheit, so fordern inzwischen Hamburger Politiker aus allen Parteien, dass die Stromkonzerne ihre Preispolitik künftig transparenter gestalten müssten. Denn so wirklich glauben will Vattenfall niemand, dass die Reform des EEG nicht nur ein Vorwand für die Preiserhöhung sei.

Anbieterwechsel spart Geld

Experten raten den Hamburgern jedoch, nicht bei Ihrem Grundversorger (im meisten Fall Vattenfall) zu bleiben, sondern häufig den Anbieter zu wechseln. Zu den großen Hamburger Versorgern: Vattenfall, Energie Hanse, Lichtblick, Greenpeace Energy und eprimo haben sich in den letzten Jahren dutzende kleinere Anbieter gesellt. Ein Preisvergleich und ein häufiges Wechseln belebt nach Meinung von Experten nicht nur den Wettbewerb, sondern spart auch einiges an Geld. Viele Kunden wissen gar nicht, dass sie nur im ersten Monat nach dem Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus an ihren Grundversorger gebunden sind. Nach Ablauf des ersten Monats kann man meist problemlos zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Außerdem würden die großen Konzerne dadurch wachgerüttelt und würden langfristig ihre Preise wieder senken. Wer also glaubt, zu viel für seinen Strom zu bezahlen, der kann sich gleich das Wechseln des Stromanbieters als ersten Vorsatz fürs neue Jahr vornehmen.